Immer mehr Festgeld-Betrug: Polizei und Verbraucherschutz warnen

Die Zins-Euphorie unter deutschen Sparern war kurz: Nach den schnellen Leitzinserhöhungen der Zentralbank gab es im vergangenen Jahr einige Monate mit wirklich guten Angeboten für Tagesgeld und Festgeld. Doch nun sinken die Sparzinsen schon wieder. Für Betrüger die ideale Zeit: Sie locken mit vergleichsweise hohen Zinsen. Lesen Sie hier, wie Sie faule Angebote rechtzeitig erkennen.

„Betrügerische Webportale für Festgeld sind auf den ersten Blick nur schwer von seriösen Angeboten zu unterscheiden, denn Betrüger haben im anonymen Web ein leichtes Spiel“, warnt unter anderem das Polizeipräsidium Ravensburg.

Der IBAN-Trick: Konto angeblich auf Namen des Anlegers

Zunächst wirkt die Anlage seriös, die Kontoauszüge machen was her und das Opfer hat ein gutes Gefühl. Dazu werden die Anleger zunächst auch engmaschig telefonisch von vermeintlichen Bankberatern betreut. Das böse Erwachen kommt dann am Ende der Anlagezeit, wenn es Zeit zur Auszahlung wird. Bis dahin sind die Betrüger mit dem Geld ihrer Opfer längst verschwunden.

Oftmals überweisen die Opfer im Glauben, ihr Geld auf ein festes Anlagekonto zu überweisen, direkt an die Betrüger im Ausland und merken erst viel zu spät, dass Ihr Erspartes nicht angelegt, sondern weg ist.
Dabei machen sich die Täter den sog. „IBAN-Trick“ zunutze: Die Opfer überweisen ihr Erspartes an ihren eigenen Namen mit einer ausländischen Kontoverbindung und glauben so, ein extra Konto im Ausland zu besitzen.

Die Empfängerbanken sind jedoch nicht verpflichtet, den Namen des Kontoinhabers in Verbindung mit der IBAN zu überprüfen. Daher bleibt der Geldfluss meist unentdeckt.

Ein Opfer verlor 700.000 Euro

Die Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen hat bereits mehrere Ermittlungsverfahren mit dieser Betrugsform bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Die Aussichten auf einen Ermittlungserfolg sehen jedoch düster aus. Ein Opfer überwies zum Beispiel rund 700.000 Euro – das Geld konnten auch die Ermittler nicht mehr zurückholen.

Bei der Stiftung Warentest häufen sich ebenfalls die Warnmeldungen. Öfter ist von Angeboten in Belgien die Rede. „Die Seite bel-finanz.de preist Festgeldanlagen und lockt damit potenzielle Anle­gerinnen und Anleger in die Falle – wie die Familie K., die sich an Finanztest wandte“, berichten die Verbraucherschützer. „Leider zu spät, denn das Geld für die vermeintliche Festgeldanlage – 25 000 Euro – war da schon an ein Konto überwiesen; die versprochenen 4,45 Prozent Zinsen waren reines Lockmittel. Geworben wurde unter anderem auch mit einer EU-Einlagensicherung, die bisher jedoch über­haupt nicht existiert.“

Laut Verbraucher:innenzentrale NRW bekommen Verbraucher nach der Transaktion noch einen (gefälschten) Kontoauszug zugestellt. Normalerweise bricht aber alsbald nach Überweisung des Geldbetrages jeglicher Kontakt zu dem angeblichen Festgeld-Vermittler ab:

  • Anfragen bleiben unbeantwortet,
  • Online-Zugangsdaten werden nie versendet,
  • Online-Zugänge funktionieren nicht mehr oder technische Probleme werden vorgeschoben,
  • Auszahlungen werden verschleppt.

So können Sie sich schützen

Die Verbraucher:innenzentrale NRW rät zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen

  1. Überprüfen Sie bei der Finanzaufsicht BaFin, ob das Unternehmen eine Zulassung für Finanzdienstleistungen in Deutschland hat. Wenn nicht, sei das ein Anzeichen dafür, dass der Vermittler betrügerisch arbeitet.
  2. Befindet sich die Geschäftsadresse im Ausland, sollten Sie besonders aufmerksam sein. Recherchieren Sie im Internet nach diesem Anbieter. Aber Vorsicht vor möglicherweise gekauftem positivem Feedback auf Bewertungswebseiten.
  3. Schauen Sie sich das Impressum der Webportale oder Beratungsfirmen genau an. Aber: auch ein vollständiges Impressum bietet keine umfassende Sicherheit, weil es falsch sein kann oder es sich um eine Briefkastenfirma handeln könnte.
  4. Lassen Sie sich von vertrauenswürdig wirkenden Webauftritten mit vermeintlichen Auszeichnungen und Siegeln nicht in die Irre führen.
  5. Erfolgt keine gründliche Legitimationsprüfung durch die Bank im Rahmen der Kontoeröffnung, sollten Sie ganz besonders stutzig werden.

Ein Grund für den Erfolg der Festgeld-Betrüger könnte sein, dass es durchaus seriöse Festgeld-Broker wie Weltsparen.de gibt, die tatsächlich das Geld der Anleger zu Banken im EU-Ausland vermitteln. Seriöse Anbieter wie Weltsparen.de werden einfach nachgeahmt. Mit den beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen sollte Sie aber auf der sicheren Seite sein.

Bleibt aber das mögliche Risiko, dass eine Bank in Schieflage gerät. So häufen sich derzeit die schlechten Nachrichten zur Deutschen Pfandbriefbank (Pbb), die wegen hoher Zinsen beim Tagesgeld und Festgeld viel Aufmerksamkeit bekam. Die Pbb hat Probleme, da sie viel Geld in US-Gewerbeimmobilien investierte, deren Werte abgestürzt sind. Bislang gibt es wohl keinen ernsthaften Grund zur Sorge; die Bank spricht davon, sie würde weiter Gewinn machen. Dennoch sind Anleger gut beraten, nie mehr als 100.000 Euro pro Anleger zu investieren. Denn so viel wäre jedenfalls bei einer Bank in der EU staatlich garantiert.

Als Alternative zu Tages- und Festgeld bei Banken und Sparkassen kommen Geldmarktfonds in Frage, die keine feste Verzinsung bieten, aber meist mit geringen Schwankungen eine Rendite etwa in Höhe von Tagesgeldkonten abwerfen.

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