Über 2.000 Kinder werden jeden Tag in Deutschland geboren. Eltern und Großeltern wünschen sich dann oft, eine Geldanlage für Kinder abzuschließen, um für das Kind finanziell vorzusorgen. Ein gute Idee: Für ein Studium sind schon heute etwa 50.000 Euro zu veranschlagen, für den Meisterbrief eines Handwerkers immerhin noch etwa 10.000 Euro. Klar ist: Wer als junger Mensch über ein ordentliches Guthaben verfügen kann, der wird es beim Start in das Berufsleben einfacher haben. Wir stellen drei Varianten der Geldanlage für Kinder vor. Aus dem Inhalt:

  1. Kontensparen
  2. Ausbildungsversicherung
  3. Fondssparen
  4. Tabelle: So viel sollten Sie sparen

Das Kontensparen fürs Kind

Früher war es üblich, ein Sparbuch für das Kind zu eröffnen und dort regelmäßig Geld einzuzahlen. Der Reiz des Sparbuches war unter anderem, dass es als Urkunde zum 18. Geburtstag feierlich übergeben werden konnte. Es war etwas zum Anfassen.

Sowohl auf dem Sparbuch als auch dem Nachfolger Tagesgeldkonto gibt es trotz der Zinswende bislang keine nennenswerten Zinsen mehr, in keinem Fall reicht es, um die Inflation auszugleichen. Das Kontensparen für das Kind ist daher kaum zu empfehlen. Zur Orientierung: Mit 0,75 % Zins auf dem Tagesgeld ist die pbbdirekt unter den deutschen Banken schon top, mehr ist nur bei ausländischen Banken drin (Stand Oktober 2022).

Die Ausbildungsversicherung

Die Ausbildungsversicherung wird von Versicherungsvertretern gerne empfohlen, weil sie eine Mindestauszahlung zum 20. oder 25. Geburtstag garantiert, selbst wenn der Prämienzahler vorher sterben sollte. Das Kind bekommt Geld in jedem Fall zum gewünschten Zeitpunkt – wie viel, ist eine andere Frage.

Bei dieser Versicherung handelt es sich aber genau genommen um eine gewöhnliche Kapital-Lebensversicherung. Das bedeutet: Es fallen in der Regel hohe Abschluss- und Verwaltungskosten an, die den Ertrag drücken. Da die Lebensversicherer das Geld überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere investieren, sind sie ebenfalls von niedrigen Zinsen betroffen und erwirtschaften nur noch geringe Renditen. Die “Höchstrechnungzins” beträgt derzeit nur noch 0,25%, maximal soviel darf als Verzinsung des Sparguthaben (Prämien abzüglich Kosten) fest zugesagt werden.

Die Idee der Versicherung ist nicht schlecht, lässt sich aber auch anders machen: Angenommen, der Vater will in den nächsten 20 Jahren monatlich 100 Euro für die Ausbildung des Kindes ansparen. Das sind insgesamt 24.000 Euro. Über diese Summe kann der Vater eine so genannte „Risikolebensversicherung“ abschließen. Das kostet bei einem günstigen Anbietern wenige Euro im Monat. Kommt der Vater tatsächlich frühzeitig ums Leben, kann mit der Policenauszahlung der Sparplan für das Kind aufgefüllt werden.

Das Fondssparen für Kind

Für regelmäßiges Sparen mit Beträgen von zum Beispiel monatlich 50 oder 100 Euro kommen Fondsspar-Pläne in Frage. Sie sind natürlich spekulativer, jedenfalls dann, wenn sie einen höheren Aktienanteil haben. Über eine Laufzeit von 10 und mehr Jahren wird das Verlustrisiko jedoch äußerst gering, vielmehr stehen die Chancen dann sehr gut, eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Gerade jetzt, nach hohen Kursverlusten in 2022, ist ein guter Zeitpunkt, um günstig einzusteigen.

Das angesparte Kapital vermehrt sich nicht nur durch die Sparraten, sondern auch durch Erträge und wieder angelegte Ausschüttungen, also den Zinseszinseffekt. Der Deutsche Fondsverband hat die Durchschnittsrendite verschiedener Fondsklassen über verschiedene Zeiträume berechnet. Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland brachten es demnach über 20 Jahre auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von 5,7 %, solche mit einem internationalen Schwerpunkt auf 5,4 %; über 30 Jahre betrachtet steigt die Rendite sogar auf 6,5 % bzw. 6,6 % p.a.

Die beste Rendite ist beim Fondssparen zu erreichen, wenn die Fonds-Kosten gering gehalten werden. Bei Rentablo mit Fondsdiscount 2.0 entfällt bei Tausenden Fonds der Ausgabeaufschlag, zudem gibt es ein Cashback von der Bestandsprovision.

Was ist fürs Fondssparen zu tun?

  • Einen sparplanfähigen Fonds auswählen: Sinnvolle Kriterien sind vor allem eine langfristig hohe Rendite sowie möglichst geringe Schwankungen. Dabei hilft der Fondsfinder der Stiftung Warentest (Link Fondsfinder, 5 Euro)
  • Eine Depotbank bei Rentablo auswählen: Sinnvolle Kriterien dabei sind laufenden Kosten fürs Depot sowie für jede Sparrate.  Die Comdirect  bietet mit dem sogenannten Junior Depot ein Wertpapierdepot speziell für minderjährige Kinder. Es wird immer auf den Namen des Kindes eröffnet. Erziehungsberechtigte und sowie weitere Bevollmächtigte erhalten Zugriff. Mit dem Eintritt der Volljährigkeit bekommt das Kind dann das Verfügungsrecht.

Sparen fürs Kind – aber auf wessen Namen?

Bleibt aber noch eine wichtige Frage: Auf wen soll das Konto lauten?

  • Variante 1: Derjenige, der den Sparplan einrichtet – Eltern, Großeltern oder Tante und Onkel – nimmt die Eröffnung im eigenen Namen vor. Sie können für das Kind als Begünstigten ein Verfügungsrecht zu einem bestimmten Stichtag eintragen.
  • Variante 2: Der Sparplan für Kinder wird auf den Namen des Kindes eingerichtet. Denn auch, wenn das Kind noch nicht geschäftsfähig ist, ist es doch rechtmäßiger Eigentümer des Guthabens. Vertretungsberechtigt sind hier natürlich bis zur Volljährigkeit die Eltern.

Diese zweite Variante hat einen klaren steuerlichen Vorteil, da auch für das Kind ein eigener Freistellungsauftrag in Höhe des gesamten Sparer-Pauschbetrages von aktuell 801 Euro hinterlegt werden kann. Da ohnehin alle Einkünfte bis zur Höhe des Grundfreibetrages (10.821 Euro Euro für 2022) steuerfrei sind, ergibt sich für jedes Kind ein hoher Freibetrag.

Einen Nachteil kann das allerdings mit sich bringen: Sobald das Kind volljährig geworden ist, kann es über das auf seinen Namen lautende Konto verfügen. Gerade 18, könnte das Kind also das Geld nach Belieben verprassen. Sparen Eltern oder Großeltern indes auf eigenen Namen, können sie das Geld dann zur Verfügung stellen, wenn sie es für richtig halten.

Wie viel sparen bei der Geldanlage für Kinder?

Hier sehen Sie wie viel Sie monatlich anlegen müssen, um auf 10.000 Euro zu kommen. Wenn Sie größere Summen erreichen multiplizieren Sie einfach den Sparbetrag: für 30.000 also zum Beispiel der dreifache Sparbetrag.

Zinssatz
Spardauer (Jahre) 2% 3% 4% 5%
5 158,42 € 154,46 € 150,61 € 146,86 €
10 75,29 € 71,53 € 67,95 € 64,52 €
15 47,67 € 44,09 € 40,74 € 37,61 €
20 33,93 € 30,52 € 27,39 € 24,54 €
25 25,74 € 22,49 € 19,59 € 17,00 €
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