Optionen und Zertifikate werden häufig mit hohen Gewinnchancen verbunden. Gleichzeitig werden sie von vielen als „Zockerpapiere“ gesehen. Und dann ist da ja noch das Thema Depotabsicherung. Dieser Artikel soll eine kurze, leicht verständliche Übersicht über das Thema geben.

Eine Warnung vorab

Optionsscheine und viele Zertifikate sind hoch riskante Produkte. In den meisten Fällen besteht das Risiko des Totalverlustes. Oft sind diese Produkte zudem so strukturiert, dass das Verlustrisiko die Gewinnchance übersteigt. Aus diesem Grund rät der Autor Laien vom Erwerb dieser Produkte ab.

Was sind Optionsscheine?

Im klassischen Sinne ist ein Optionsschein ein Absicherungsgeschäft. Eine Option gibt dem Käufer das Recht, eine Ware oder ein Wertpapier zu einem bestimmten Preis am Markt zu platzieren. Optionen werden von der Industrie oder von Individuen verwendet, um sich gegen starke Preisschwankungen abzusichern. So kann ein Bauer sich mit einer Option gegen fallende Weizenpreise absichern. Genauso können Optionen international tätigen Unternehmen dazu dienen, sich gegen fallende oder steigende Wechselkurse abzusichern.

Die dahinterliegende Idee ist im Kern relativ simpel. Ändert sich der Basiswert (hier z.B. der Weizenpreis), so ändert sich auch der Wert der Option. Hierbei gilt analog zu einer Versicherung: je geringer die Chance, dass die Option jemals benötigt wird, desto geringer der Preis. Getrennt wird in Call und Put Optionen.

  • Call Optionen geben mir das Recht, zu einem festgelegten Preis zu kaufen
  • Put Optionen geben mir das Recht, zu einem festgelegten Preis zu verkaufen

Wenn ich als Bauer also sicherstellen möchte, mindestens 150 EUR pro Tonne Weizen zu erlösen, so muss ich eine entsprechende Put Option für den Basiswert Weizen zum Preis (strike) von 150 EUR erwerben. Fällt der Weizenpreis unter 150 EUR, so steigt mein Optionsschein im Wert. Steigt der Preis über 150 EUR, so ist der Optionsschein de facto wertlos (!). Bei Preisen um 150 EUR wird der Optionsschein im Wert stark schwanken, über 10% pro Tag sind keine Seltenheit.

Analog verhält es sich für Call Optionen, nur dass hier der Preis steigt, wenn der Basiswert fällt.

Optionen zum Zocken

Nun kann ich natürlich auch Optionen erwerben, ohne den Basiswert zu besitzen. Optionen gibt es nämlich auf fast alles, von Rohstoffen über Währungen bis hin zu einzelnen Aktien. Durch den Erwerb der entsprechende Call oder Put Option kann ich auf steigende (Call) oder sinkende (Put) Kurse wetten. Eine wichtige Besonderheit hierbei ist die Hebelwirkung. Sprich, der Preis der Option steigt oder fällt viel schneller als der Basiswert.

Einfaches Beispiel: Wir erwerben einen Optionsschein mit einem strike von 100 EUR, aktueller Kurs des Optionsscheins ist 5 EUR. Nehmen wir weiter an, der Basiswert notiert aktuell ebenfalls bei 100 EUR. Dann wäre meine Option also (fast) wertlos. Steigt der Preis des Basiswertes aber auf 110 EUR, so sollte der Preis für meine Option auf 15 EUR steigen, ich habe meinen Einsatz also verdreifacht.

Und warum musste ich im Beispiel 5 EUR für die Option bezahlen, obwohl sie zum Zeitpunkt des Erwerbs eigentlich wertlos war? Nun, im Prinzip habe ich eine Wettgebühr bezahlt, in der Hoffnung auf steigende Kurse. Hierbei gilt: Je näher ich an das Verfallsdatum der Option heranrücke, desto geringer die „Wettgebühr“.

In der Realität spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle bei der Preisfindung, aber die grundlegende Idee sollte hiermit klar sein. Weitere Infos findet ihr z.B. unter hebelprodukte.de oder Wikipedia.

Was ist der Unterschied zwischen Option und Zertifikat

Generell kann man zwischen klassischen Optionsscheinen, Knock-out-Zertifikaten und sonstigen Zertifikaten unterscheiden; wobei Optionsscheine und Knock-out-Zertifikate sich ähnlich verhalten.

Klassische Optionsscheine: Hiermit werden typischerweise Call und Put Optionen bezeichnet, wie bereits beschrieben.

Knock-out-Zertifikate: Sie werden von den Emittenten oft auch anders bezeichnet, üblich sind u.a. Hebelzertifikat, Turbo-Optionsschein, Ko-Optionsschein, Wave-OS, etc. Ähnlich wie bei klassischen Optionsscheinen kann der Anleger auf steigende oder fallende Kurse eines Basiswertes wetten. Knock-out-Zertifikate unterscheiden sich von klassischen Optionsscheinen vor allem dadurch, dass das Wertpapier bereits fällig wird, wenn eine Kursschwelle (Knock-out-Schwelle) unterschritten (Long-Ko) oder überschritten (Short-Ko) wird. Je nach Gestaltung wird dann ein Restwert ausbezahlt oder das Wertpapier verfällt wertlos.

Sonstige Zertifikate: Diese bilden den Kurs eines Basiswertes nach (z.B. einer Währung oder eines Rohstoffes). Vorteil für den Investor ist, dass er hiermit in sonst wenig zugängliche Anlageklassen wie z.B. Rohöl investieren kann. Allerdings sind der Phantasie der sogenannten Strukturierer – die in den Banken neue Zertifikate-Konstrukte entwickeln – wenig Grenzen gesetzt. Daher „Augen auf beim Eierkauf“. Wichtig ist, dass Zertifikate in der Regel nicht verfallen.

Zusammengefasst

Letztendlich sind Optionen und Zertifikate hoch komplexe Produkte, die sich sowohl für klassische Absicherungsgeschäfte als auch zum Spekulieren eigenen. Da die Banken die Struktur frei festlegen können, ist oft unklar, was man eigentlich genau erwirbt. Jeder Anleger sollte auch bedenken, dass die Bank Zertifikate so strukturieren wird, dass sie selbst den größten Gewinn macht – frei nach dem Motto „Die Bank gewinnt immer“. In Maßen eingesetzt können Optionen dennoch eine sinnvolle Depotergänzung oder eine nettes Spekulatiönchen zur Renditesteigerung darstellen. In jedem Fall muss man damit Leben können, dass das eingesetzte Kapital oft sehr schnell komplett verloren ist.

Allen die sich nicht damit auskennen oder gerade erst mit den Märkten vertraut werden, rate ich allerdings eindringlich, einen große Bogen um diese Produkte zu machen.

 

 

Photo by flickr-user Neil Tackaberry under CC-License.

Ihre Vorteile bei Rentablo Fondsdiscount

0 Responses

  1. Evtl. habe ich es überlesen, aber in der heutigen Zeit sollte man das Emittentenrisiko auch nicht außer acht lassen. Teilweise sind die Anbieter der Optionsscheine so schlecht aufgestellt, dass eine Rückzahlung selbst bei einem Kursgewinn fraglich ist.

Antworten Sie auf den Kommentar von Wolfram Stacklies Antwort abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Inhaltsübersicht

Ratgeber-Artikel

ELTIF-visual-created-with-AI

Warum ELTIFs für erfahrene Anleger relevant sind

Anleger sehen sich heutzutage mit einer Vielzahl von Investmentmöglichkeiten konfrontiert, die es ermöglichen, unterschiedliche Strategien zu verfolgen und ihr Portfolio je nach Risikoprofil und Anlagezielen zu diversifizieren. Eine Investitionsform, die...

Fondsdepot Bank wird Teil der FNZ Bank: Alles, was Sie wissen müssen

In der Finanzwelt kommt Bewegung auf: Die Fondsdepot Bank wird noch in diesem Jahr vollständig in die FNZ Bank integriert. Was ändert sich – und was bleibt? Der Zusammenschluss der...

visual-contract-analyzer-created-with-ai

Neu bei Rentablo: Jetzt die neue Vertragsanalysefunktion „Contract-Analyzer“ testen

Wir entwickeln Rentablo ständig weiter und freuen uns die Einführung einer neuen Vertragsanalysefunktion mit dem Namen „Contract-Analyzer“ anzukündigen. Diese ist nach dem Darkmode bereits die zweite neue Funktion in diesem...

TEQ Disruptive Technologies-Fonds Banner

Neuer Name, gleiche Strategie: Der TEQ – Disruptive Technologies-Fonds (ehemals 10xDNA – Disruptive Technologies-Fonds)

Die renommierte Fondsboutique 10xDNA Capital hat sich neu ausgerichtet und firmiert nun unter dem Namen TEQ Capital. Diese Umbenennung ist mehr als nur ein kosmetischer Schritt; sie unterstreicht die konsequente...

darkmode-rentablo

Rentablo jetzt auch im Darkmode verfügbar: Die Macht der Dunkelheit erleben

Wir entwickeln Rentablo ständig weiter und verbessern Funktionen und Benutzerfreundlichkeit laufend. Ab sofort gibt es daher Rentablo auch im sogennanten Darkmode oder Nachmodus, ein Farbschema bei dem heller Text sowie...

Immobilienfonds in der Krise - Bild mit KI generiert

Immobilienfonds in der Krise: Was Anleger jetzt wissen müssen

Der Immobilienmarkt durchläuft derzeit eine turbulente Phase, die insbesondere Anleger in offenen Immobilienfonds stark betrifft. Diese Fonds, einst als sichere und lukrative Geldanlage geschätzt, stehen aktuell vor erheblichen Herausforderungen. Der...

Depotübertrag: Finanzaufsicht legt Maximaldauer fest

In den vergangenen Jahren häuften sich Beschwerden, weil Depotüberträge manchmal Monate dauerten – in dieser Zeit ist der Depotinhaber praktisch vom Handel ausgeschlossen. Die Finanzaufsicht Bafin greift nun durch: Sie...

Fondsmanager persönlich: 5 Fragen an Florian Romacker

Florian Romacker, 1965 geboren, ist Fondsmanager des hier vorgestellten Fonds FRAM Capital Skandinavien. In einer Artikel-Serie stellen wir Fondsmanagern wie Florian Romacker fünf persönliche Fragen, um den Menschen hinter den...

Übernahme Augsburger Aktienbank (AAB): Negativzinsen schon ab 10.000 Euro bei ebase

Die Tage der Augsburger Aktienbank (AAB), der ältestens Direktbank Deutschlands, als Adresse für Fondsdiscount-Kunden sind gezählt. Sie wurde von der ebase übernommen; nun erhalten die etwa 180.000 Depot-Kunden Post und...

Depotwechsel: Warum Rentablo Cashback besser ist als eine Prämie

Der Depotwechsel ist oft der erste Schritt, um beim Fondssparen Kosten zu sparen. Das betrifft nicht nur die Kosten des Depots selbst. Die Kostenersparnis durch Fonds-Kauf ohne Ausgabeaufschlag und Erstattung...

Kapitalanlage Immobilien: Mikroapartments im boomenden Bingen

Mikroapartments sind der große Immobilien-Trend in der mobilen Arbeits- und Airbnb-Gesellschaft. Über das Rentablo Netzwerk können wir Ihnen nun erneut ein exklusives Angebot für ein Investment in eben diese Mikroapartments...

in immobilien investieren

5 Thesen, warum Sie 2021 in Immobilien investieren sollten

Die Immobilienpreise in Deutschland sind in den vergangenen 10 Jahren rasant gestiegen, vor allem in den Großstädten. Sind die Immobilien vielleicht schon zu teuer, um noch zu investieren? Diese Frage...

Fondsdepot Bank wird Teil der FNZ Bank: Alles, was Sie wissen müssen

In der Finanzwelt kommt Bewegung auf: Die Fondsdepot Bank wird noch in diesem Jahr vollständig in die FNZ Bank integriert. Was ändert sich – und was bleibt? Der Zusammenschluss der...

TEQ Disruptive Technologies-Fonds Banner

Neuer Name, gleiche Strategie: Der TEQ – Disruptive Technologies-Fonds (ehemals 10xDNA – Disruptive Technologies-Fonds)

Die renommierte Fondsboutique 10xDNA Capital hat sich neu ausgerichtet und firmiert nun unter dem Namen TEQ Capital. Diese Umbenennung ist mehr als nur ein kosmetischer Schritt; sie unterstreicht die konsequente...

Fondsportrait „Hard Value Fund“: Fonds für finanzielle Nachhaltigkeit

Als Tochtergesellschaft der Walter Ludwig GmbH Wertpapierhandelsbank mit über 45-jähriger Tradition an der Frankfurter Wertpapierbörse ist van Grunsteyn ein Asset Manager, der von der Markterfahrung und Finanzkraft der Muttergesellschaft profitiert....

Inflation: Wie geht es jetzt weiter?

Die Inflation ist jüngst deutlich gesunken, auf unter drei Prozent in der Euro-Zone. 2022 war sie noch zweistellig. Wie geht es nun weiter – kann die Europäische Zentralbank vielleicht schon...

Immer mehr Festgeld-Betrug: Polizei und Verbraucherschutz warnen

Die Zins-Euphorie unter deutschen Sparern war kurz: Nach den schnellen Leitzinserhöhungen der Zentralbank gab es im vergangenen Jahr einige Monate mit wirklich guten Angeboten für Tagesgeld und Festgeld. Doch nun...

Fonds-Statistik: Welche Fonds gefragt waren, welche nicht

Wo investieren Fondsanleger, wo ziehen sie Geld ab? Die Statistik von Morningstar zeigt für 2023 interessante Trends. Gewinner 2023: Geldmarkt- und Anleihefonds sowie passive Strategien In Europa domizilierte langfristige Fonds...

Finanzen 2024: Diese Änderungen sollten Sie kennen

Das Jahr 2024 bringt rund um Finanzen so viele Änderungen wie selten zuvor. Einiges ist positiv, etwa höhere Grundfreibeträge bei der Einkommensteuer oder deutlich höhere Einkommensgrenzen bei der Arbeitnehmer-Sparzulage. Das...

Börsenpsychologie „Behavioral Finance“: Wie künftig die KI helfen kann

Wissenschaftler beschäftigen sich schon Jahrzehnten mit Börsenpsychologie, „Behavioral Finance“ (auf Deutsch etwa: Finanzverhalten) ist dabei der wichtigste Aspekt. Behavioral-Finance-Forschung zielt darauf ab, die psychologischen Beweggründe aufzudecken, die Menschen dazu bringen,...

Impact Investing für Privatanleger: Das sollten Sie wissen

Geldanleger, die Gutes tun wollen, bekommen seit einiger Zeit viele neue Begriffe zu lesen und zu hören. War früher viel von Öko-Fonds oder grünem Geld die Rede, sind aktuell Nachhaltigkeit...

Weltspartag: Testen Sie Ihr Fondswissen

Am letzten Freitag des Oktobers ist jedes Jahr Weltspartag. 20 Millionen Deutsche sparen mittlerweile mit Fonds – aber wie steht es mit dem Fondswissen? Wir haben ein kleines Quiz dazu...

Das Nießbrauchdepot: Steuern sparen bei der Wertpapier-Schenkung

Wer ein großes Wertpapierdepot hat, stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage: Wer soll die Aktien, Anleihen, Fondsanteile bekommen, wenn ich nicht mehr bin? Und wie vermeide ich dabei Steuern? Anstatt...

Metaverse: Der neue Hype – sollte man jetzt investieren?

Im vergangenen Jahr wurde der Begriff Metaverse erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als Facebook-CEO Mark Zuckerberg bekannt gab, dass sein Unternehmen sich in Meta Platforms umbenennen werde und voll auf...

Jetzt für rentablo abstimmen: Umfrage zu Deutschlands beliebtestem Fondsvermittler

Zum 3. Mal in Folge führt das Deutsche Kundeninstitut (DKI) in Kooperation mit dem Finanzen Verlag einen Vergleich von Fondsvermittlern durch, dessen Ergebnisse in BÖRSE ONLINE erscheinen werden. In diesem...

Was genau ist die Bestandsprovision bei Fonds?

Dass Fondssparer beim Kauf von Fondsanteilen Abschlussprovisionen sparen können, hat sich herumgesprochen. Der Kauf ohne Ausgabeaufschlag oder mit 100 % Rabatt wird auch in den Medien häufig thematisiert. Die Bestandsprovision...

Frohe Weihnachten! Welche Vorsätze haben Sie?

Kurzer Blick auf den Kalender: Tatsächlich, gleich ist schon wieder Weihnachten! War das nicht gerade erst? Nun denn: Das Rentablo-Team wünscht Ihnen und Ihrer Familie ein frohes, friedliches Fest 2022...

Digitale Finanz-Experten: Rentablo erneut ausgezeichnet

Das Meinungsforschungsunternehmen ServiceValue (Köln) hat mit der Zeitung „Welt“ erneut nach “Digital-Champions” gesucht – Unternehmen, bei denen Nutzer auf Internetseiten, mit Apps oder Social-Media-Kanälen gute Erfahrungen gemacht haben, Kurzum: Unternehmen...

Studie Kundenzufriedenheit: Top-Ergebnis für Rentablo

Das Meinungsforschungsunternehmen ServiceValue (Köln) hat mit der Zeitschrift „FOCUS-MONEY“ nach den Unternehmen mit der höchsten Kundenzufriedenheit im Jahr 2022 gesucht. Dafür hat ServiceValue mehr als 265.000 Verbraucherurteile aus einem Online-Panel...

Neue Top-Bewertung für Rentablo bei „Von Kunden empfohlen 2021“

Weitere Auszeichnung für Rentablo: In der Kategorie „Digitale Finanzexperten“ beim Empfehlungscheck 2021 von Focus-Money erreichte Rentablo als einziger Fondsdiscounter das Qualitätsurteil „Hohe Weiterempfehlung“. Weitere Unternehmen aus dieser Kategorie mit gleicher...

Bitte geben Sie das Thema des Artikels ein