Renditeberechnung des Portfolio: Wenn Geld abgehoben und hinzugefügt wird

Es ist einfach zu berechnen, wie hoch die persönliche Rendite eines Wertpapiergeschäftes war, wenn man lediglich eine Order betrachtet. Die Rendite ist bekanntlich Gewinn/Ankaufspreis oder (Marktwert am Ende – Einstandswert) / Einstandswert. Diese Rendite zeigt Ihnen auch ihr Onlineportfolio der Bank an. Das Ganze wird dann noch addiert und dividiert, um die gesamte Portfoliorendite anzuzeigen. Aber eben nur die Gewinne der derzeit im Portfolio vorhandenen Wertpapiere.

Es wird sehr schnell sehr kompliziert

Dieser Wert ist nämlich falsch oder spiegelt nicht wider, was der Investor tatsächlich wissen möchte. Sobald nämlich durch den Verkauf von Aktien Gewinne erwirtschaftet werden, verschwindet diese Rendite, weil die Aktien verkauft wurden, automatisch aus der Depotübersicht. Auch Verluste, Dividenden, Geldzu- und -abbuchungen und unterschiedlich lange gehaltene Wertpapiere sowie Nachkäufe und teilweise Verkäufe machen es bald dem Investor unmöglich, dies noch manuell auf Papier oder mit Excel zu berechnen und in seine eigene Performance-Berechnung einzubeziehen. Auch die Excel-Funktion IRR oder Interner Zinsfuß berechnet nicht die Portfoliorendite, die professionelle Fondsmanager nutzen, um ihre Performance mit anderen zu vergleichen oder unabhängig von ihren Kundenentscheidungen zu machen.

Berechnung der persönlichen Gesamtjahresrendite des Depots

1393896968_searchWie gut bin ich als Investor eigentlich? Und lohnt sicht mein tagelanges Suchen nach Aktien, die Verwaltung, das Beobachten der Kurse überhaupt, oder hätte ich stattdessen auch einfach in einen DAX-Indexfonds investieren können und mir die Zeit sparen können? Am Ende hat ohne eine geeignete Software der Privatanleger nur die Möglichkeit, durch den automatischen Abzug der Abgeltungssteuer festzustellen, wie viel Geld eigentlich verdient wurde. Vergleichen lässt sich das anschließend jedoch immer noch nicht mit dem DAX oder den besten Fonds – schließlich hat sich während des vergangenen Jahres das investierte Kapital mehrmals verändert und es lässt sich keine Gesamtjahresrendite oder Jahresperformance mehr berechnen.

Was misst die Time weighted Rate of Return-Performance bei Rentablo?

devices_screenshotsDie Methode wurde ursprünglich entwickelt, um die Performance von Fondsmanagern zu berechnen und so eine transparente Vergleichbarkeit ihrer Leistungen zu ermöglichen. Diese Performance sollte unabhängig von externen und individuellen Kundentransaktionen berechnet werden, da ein Fondsmanager die Zu- und Abflüsse (und deren Zeitpunkt) seiner Kunden nicht kontrollieren kann. Die Idee ist also die Berechnung einer Performance isoliert von Timing und Größe der Zu- und Abflüsse eines Depots. Die TWROR hängt also ausschließlich von der Zeit ab, wie lange eine externe Kontobewegung im Depot engagiert oder eben nicht gelistet war. Die Performance misst, wie gut die Leistung des Investors war, sein zur Verfügung stehenden investiertes Kapital zu vergrößern. Die genaueste Methode ist die Unterteilung in tägliche Zeitabschnitte, um tägliche Fluktuationen und die tagesgenauen Marktwerte der Wertpapierkurse mit einfließen zu lassen – Rentablo macht genau das. Diese Berechnungsmethode ist auch ein Global Investment Performance Standard (GIPS) und kann damit mit allen Fonds und Finanzprodukten verglichen werden.

Bei Rentablo haben Sie die Auswahl zwischen TWROR mit und ohne Cash.

Mit Cash ist eine Abwandlung der TWROR und nimmt als Einstandswert jeder Unterperiode nicht den Marktwert der Aktien, in die man engagiert ist, sondern den expliziten oder impliziten Kontostand des Referenzkontos. Hier fließen also Dividenden, Steuerrückerstattungen und Gewinne aus vergangenen Käufen, die noch nicht transferiert wurden, mit ein. Dieser Wert ist ehrlicher, wenn Sie das Geld auch auf dem echten Konto tatsächlich auf dem Referenzkonto liegen haben und es nicht gleich wieder investieren. Da der DAX ein Performanceindex und kein Kursindex ist und Dividenden in den Kurs mit einfließen, kann dieser mit TWROR mit Cash verglichen werden.

TWROR ohne Cash zählt lediglich die tagesaktuellen Marktwerte am Beginn des Tages und am Ende des Tages. Dividenden, Zinsen und Geld“reste“ auf dem Referenzkonto des Depots fließen dabei nicht mit ein. Wer Probleme hat, seine Investmenthistorie bis zum Zeitpunkt Null inklusive aller Kontobewegungen des Referenzkontos nachzutragen (das kann Tage dauern), sollte sich auf diese Performance beschränken. Wahrscheinlich nutzen die meisten das Verrechnungskonto nur zum Aktienkauf, und nicht als Wertaufbewahrungsort für Kapitalmittel – der Rest wandert zurück aufs Tagesgeldkonto oder in andere Anlagen. Wenn man in der Umsetzung also genau wäre, würde sich auf dem Verrechnungskonto immer nur der Eingang des Geldes in Höhe des Kaufkurses am Tag des Aktienkaufs, und die Entnahme des Verkaufserlöses sowie Dividenden am Verkaufs- oder Ausschüttungstag befinden. Zu allen anderen Zeiten müsste auf dem Verrechnungskonto das Saldo null betragen. Wenn man also eine ehrliche und faire Performance seines Investitionshandelns und nicht der unsteten Kapitalzu- und abflüsse durch schwankenden Anteil des Gesamtvermögens in Aktien berechnen möchte, müssen diese „Geldreste“ und nicht abgebuchten Dividenden vom Verrechnungskonto herausgerechnet werden. Es ist aber definitiv Geschmackssache – schließlich ist es auch eine Investitionsentscheidung, faul zu sein, und Geld auf seinem Verrechnungskonto versauern zu lassen 🙂

Ein Beispiel:

Wenn man nach dem Verkauf einen Teil des Gewinnes auszahlt, sieht die Renditeberechnung so aus:

Einstandswert Gewinn/Verlust Zu- / Abflüsse Depotwert Ende Rendite
10.000,00 € 1.500,00 € -1.000,00 € 10.500,00 € 15,00%

So ist das noch einfach. Die Rendite wird folgendermaßen berechnet: (Endwert – Anfangswert + Abflüsse – Zuflüsse)/Anfangswert

Sobald mehr Käufe und Verkäufe getätigt werden und zu den Abflüssen auch noch Einzahlungen dazukommen, wird das Ganze schon komplizierter. Die einfache Rendite aus Anfangs- und Endwert gibt dann nicht mehr die persönliche Investitionsperformance wieder.

Einstandswert Gewinn/Verlust Zu- / Abflüsse Depotwert Ende Rendite
10.000,00 € 1.500,00 € -1.000,00 € 10.500,00 € 15,00%
10.500,00 € 900,00 € -500 10.900,00 € 8,57%
10.900,00 € 1.200,00 € 800 12.900,00 € 11,01%
12.900,00 € -400,00 € 0 12.500,00 € -3,10%
Einfache Rendite 25,00%

Die einfache Rendite ist immer noch Endwert (also 12.500) – Einstandswert (10.000) / Einstandswert (10.000).
Hier stimmt es schon nicht mehr – weil die Zu- und Abflüsse nicht mitberechnet werden. Die einfache Rendite sagt also nichts mehr aus.

Mit der Zeitgewichteten Rendite werden alle Renditen in einer Zeitperiode berechnet und anschließen aggregiert. Das Ergebnis ist die True time-weighted rate of return (TWROR), die alle externen Transaktionen ausgleicht und eine aussagekräftige Performance liefert.

Einstandswert Gewinn/Verlust Zu- / Abflüsse Depotwert Ende Rendite
10.000,00 € 1.500,00 € -1.000,00 € 10.500,00 € 15,00%
10.500,00 € 900,00 € -500 10.900,00 € 8,57%
10.900,00 € 1.200,00 € 800 12.900,00 € 11,01%
12.900,00 € -400,00 € 0 12.500,00 € -3,10%
Periodengewichte Rendite 34,31%

Die zeitgewichtete Rendite wird folgendermaßen berechnet: ((1+Rendite1)x(1+Rendite2)x(1+Rendite3)x(1+Rendite4))-1

Was misst die Dollar weighted Rate of Return bzw. der Interne Zinsfuß?

Diese Performancezahl im Gegensatz zur TWROR nimmt die Größe der Zu- und Abflüsse externer Faktoren mit in Betracht. Zeitperioden, in denen mehr Geld investiert ist, tragen mehr zur Gesamtperformance bei. Investoren, die also in guten Börsenzeiten mehr Geld investieren als in schlechten Zeiten, werden mit dieser Performance bedacht. Die Interne-Zinsfuß-Methode ermöglicht damit eine mittlere jährliche Rendite, die seine Entscheidungen bezüglich des Verhältnisses von liquidem Kapital und investiertem Kapital voll einschließt. Sie ist aber auch extrem abhängig von externen Zu- und Abflüssen und eignet sich nicht, wenn ein Investor versucht, immer mehr Kapital auf seinem Depot anzulegen oder als Einsteiger sein Depot Stück für Stück aufbauen möchte.

 Interner Zinsfuß oder True Time weighted Rate of Return?

Es hängt davon ab, was man analysieren möchte. Ist das investierte Kapital im Mittel der Untersuchungsperiode stetig oder sogar gleich, ist der Interne Zinsfuß eine anerkannte Methode zur Bewertung der persönlichen Investitionsentscheidungen. Wird in der eigenen Investitionsstrategie weniger auf die Gesamtanlagesumme geachtet, weil bspw. nur in wahrgenommenen investitionswürdigen Zeiten bei z.B. billigen oder risikoärmeren Aktienmärkten investiert wird oder der Anteil an Wertpapieren ist unstet oder schwankt sehr stark durch Umwandlung von Kapital (bspw. Auflösung der Lebensversicherung und kompletter Reinvestition in Aktien), ist die True Time weighted Rate of Return aussagekräftiger. Auch wenn bspw. auf Rentablo nur das Depot und dessen Handelshistorie abgebildet wird, nicht aber alle anderen Konten und Anlagen, ist die Zeitgewichtete Renditeperformance genauer.

Der Vergleich beider Kennzahlen lässt aber auch Rückschlüsse auf das Investitionstiming zu:

Ist der Interne Zinsfuß größer als die TWROR, verbessert das persönliche Investitionstiming den Wert der Anlagen
Ist die TWROR größer als der Interne Zinsfuß, verschlechtert das persönliche Timing von Investitionen den Wert der Anlagen.
(Dann sollte man noch einmal über seine Handelsstrategie nachdenken)

euer Pari

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