Rendite-Turbo durch das Altersvorsorgedepot? Die wichtigsten Finanz-Änderungen 2026 im Überblick

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und während die Vorbereitungen für die Silvesterfeierlichkeiten laufen, werfen wir bereits einen Blick auf das kommende Jahr. 2026 bringt für Anleger, Sparer und Ruheständler einige wegweisende Neuerungen mit sich – allen voran das lang erwartete Altersvorsorgedepot.

Wir haben für Sie die wichtigsten Änderungen bei Steuern, Sozialabgaben und Investments zusammengefasst, damit Sie finanziell bestens aufgestellt in das neue Jahr starten können.

Das Highlight für Anleger: Das neue Altersvorsorgedepot

Nach langer politischer Diskussion ist es 2026 so weit: Das Altersvorsorgedepot wird von der Bundesregierung umgesetzt. Geplant ist, dass Finanz-Unternehmen ab dem 1. Januar 2027 Altersvorsorge-Depots anbieten können. Das Altersvorsorgedepot ist Teil der Reform der privaten Altersvorsorge. Seit Anfang Dezember 2025 liegt ein Gesetzentwurf dazu vor. Folgendes ist bisher bekannt:

  • Rendite statt Garantien: Im Gegensatz zur alten Riester-Rente entfällt beim neuen Depot der Zwang zur Beitragsgarantie. Das bedeutet: Das Kapital kann zu 100 % in renditestarke Anlagen wie ETFs fließen.
  • Staatliche Zulagen: Geplant ist eine Förderung von 30 Cent für jeden eingezahlten Euro (bis zu einem Eigenbeitrag von 1.200 € pro Jahr). Wer den Höchstbetrag von 1.800 € einzahlt, erhält zusätzlich für die restlichen 600 € eine Zulage von 20 Cent pro Euro. Maximal winken also 480 € Grundzulage pro Jahr.
  • Steuervorteile: Während der Ansparphase bleiben alle Erträge und Umschichtungen innerhalb des Depots steuerfrei. Die Versteuerung erfolgt erst in der Auszahlungsphase (nachgelagerte Besteuerung).
  • Frühstart-Rente für Kinder: Auch für den Nachwuchs gibt es gute Nachrichten. Kinder sollen monatlich 10 € vom Staat in ein eigenes Altersvorsorgedepot erhalten – ein wichtiger Schritt für den langfristigen Vermögensaufbau der nächsten Generation.

Steuerliche Entlastungen: Mehr Netto vom Brutto

Damit die kalte Progression Ihre Gehaltserhöhungen nicht auffrisst, werden die steuerlichen Freibeträge zum 1. Januar 2026 erneut angehoben:

  1. Grundfreibetrag: Dieser steigt auf 12.348 € (2025: 12.096 €). Für Verheiratete verdoppelt sich dieser Betrag auf 24.696 €. Erst Einkommen oberhalb dieser Grenze unterliegen der Einkommensteuer.
  2. Kinderfreibetrag: Familien werden stärker entlastet. Der Freibetrag steigt auf 6.828 € (3.414 € pro Elternteil). Zusammen mit dem Betreuungsfreibetrag ergibt sich ein Gesamtfreibetrag von 9.756 € pro Kind.
  3. Solidaritätszuschlag: Die Freigrenze, ab der der „Soli“ fällig wird, steigt leicht an (auf ca. 20.350 € Einkommensteuer). Für die meisten Sparer bleibt er auf Kapitalerträge innerhalb des Sparer-Pauschbetrags ohnehin außen vor.
  4. Pendlerpauschale: Eine Vereinfachung tritt in Kraft: Ab 2026 gelten einheitlich 0,38 € pro Kilometer ab dem ersten Kilometer – die bisherige Staffelung entfällt.

Die Kehrseite: Höhere Sozialabgaben für Gutverdiener

Während die Steuern sinken, steigen für viele Finanzentscheider die Sozialabgaben. Die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) werden 2026 deutlich angehoben:

  • Renten- und Arbeitslosenversicherung: Die BBG knackt erstmals die 100.000-Euro-Marke und steigt auf 101.400 € jährlich (8.450 € im Monat).
  • Kranken- und Pflegeversicherung: Hier steigt die Grenze auf 69.750 € jährlich (5.812,50 € im Monat).

Für Gutverdiener bedeutet dies effektiv ein geringeres Netto, da ein größerer Teil des Gehalts beitragspflichtig wird. Es lohnt sich daher umso mehr, steuerbegünstigte Wege wie das neue Altersvorsorgedepot oder die betriebliche Altersvorsorge zu prüfen.

Fokus Ruhestand: Die Aktivrente kommt

Für alle, die bereits das Rentenalter erreicht haben, aber noch aktiv im Berufsleben stehen wollen, bringt 2026 die Aktivrente. Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann künftig bis zu 2.000 € im Monat steuerfrei hinzuverdienen. Ein starkes Signal für alle, die ihre Expertise weiterhin einbringen und gleichzeitig ihre private Kasse aufbessern möchten.

Wichtig für alle Rentner: Ab dem 1. Januar 2026 stellt die Deutsche Rentenversicherung die Zahlung per Scheck oder Barzahlung endgültig ein. Ein Girokonto wird für den Rentenbezug zur Pflicht.

Was Sie jetzt tun sollten

Das Jahr 2026 bietet durch das Altersvorsorgedepot und die Aktivrente echte Chancen für den strategischen Vermögensaufbau. Prüfen Sie bereits jetzt, ob Sie bestehende, renditeschwache Verträge (wie alte Riester-Policen) im Laufe des Jahres in das neue Depotmodell überführen möchten.

Wir von Rentablo werden Sie im neuen Jahr eng begleiten und Ihnen helfen, die neuen Möglichkeiten für Ihr Portfolio optimal zu nutzen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien einen besinnlichen Jahresausklang, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches, renditestarkes Jahr 2026!

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar. Bitte konsultieren Sie bei Bedarf einen entsprechenden Fachberater.

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