Die Folge der inflationären Entwicklungen auf dem Geldmarkt und der Krisen sind für den alten Sparer und konservativen Bankkunden Minizinsen die meist unter der Inflationsrate liegen. Für mich steht fest, dass meine hohe Kante aus Sachwerten bestehen muss. Sachwerte verlieren nie einen inneren Wert – da der Gegenstand oder Anteil auch in einer Krise und in der Zeit danach für den Menschen etwas „wert“ ist.

Nachdem man seinen eigenen finanziellen Haushalt auf die richtige Bahn gebracht hat, steht für viele fest, dass gespart werden muss, um etwas auf die hohe Kante legen zu können. Wenn persönliche Einnahmen und Ausgaben erst einmal unter Kontrolle gebracht sind und man sich einen wesentlichen Überblick über die eigene Finanzlage erarbeitet hat, wandert bei den meisten der Überschuss zwischen Einnahmen und Ausgaben – also das „Spargeld“ zunächst auf das Sparbuch, in das Sparschwein oder bleibt auf dem Girokonto.

Das gesparte Geld verbrennt auf der Bank

Wer eine zeit lang gezielt gespart hat, wird verbittert feststellen, wie gering die Zinseinnahmen für den Sparer geworden sind. Das hängt in der derzeitigen Krisensituation der westlichen Welt vor allem mit den sehr geringen Leitzinsen der Zentralbanken zusammen. Da die Banken selbst nicht viel für ihr gelagertes Geld bekommen, das Vertrauen in die Märkte und Banken gesunken und das Risiko für die Banken gestiegen ist, halten sie ihr Kapital stärker zusammen, um nicht durch eine weitere Krise ihre Existenz zu riskieren. Denn irgendwann gehen auch Banken einmal pleite. Die Folge der inflationären Entwicklungen auf dem Geldmarkt und der Krisen sind für den alten Sparer und konservativen Bankkunden Minizinsen, die meist unter der Inflationsrate liegen. Das „Spargeld“ wird also nominal (die Zahl an sich) mit dem Minizins ein kleines bisschen mehr, da die Inflationsrate aber höher als die Zinsrate ist, nimmt die Sparsumme aber real (im Sinne der Kaufkraft dieses Geldes) immer weiter ab.

Die offiziellen Inflationsraten sind niedriger als die persönlichen

Die eigenen Zinsen auf Spareinlage sind den meisten Sparern bekannt. Auf dem Girokonto liegt es derzeit meist bei weniger als 0,5%, bei Sparbüchern bei knappen 1% und bei Tagesgeldkonten etwa ähnlich hoch. Wer sie nicht kennt, kann die Zinsen auf dem Kontoauszug oder im Onlinebanking überprüfen. Nicht zu verwechseln sind die Habenzinsen mit Sollzinsen oder Überziehungszinsen die meist zweistellig sind und knackig teuer werden können! Die offiziellen Inflationsraten in Deutschland schwanken derzeit zwischen 1% und 2%. Das heißt schon im Vergleich mit den offiziellen Inflationsdaten schafft man es nur ganz knapp sein Geld überhaupt im Wert zu erhalten. Wer genug Zeit und Daten seiner eigenen Finanzsituation hat, kann beim Statistischen Bundesamt seine persönliche Inflation berechnen, damit wird der sonst ständig angepasste und getrickste Warenkorb zur Berechnung der Teuerung an das eigene Leben angepasst.

Ziel des Sparens muss mindestens eine Rendite von 5% sein

Unterm Strich ist das Ziel der Europäischen Zentralbank die Inflation auf ca. 2% zu halten und die Wirtschaft nicht abzuwürgen – die persönlichen Zinsen sollten daher im Durchschnitt auch immer mindestens darüber liegen. Da die echte Teuerung – nähere Ausführungen wären hier fehl am Platze – aber bestimmt über den offiziellen Raten liegt, rechne ich mit einer angenommenen Inflation von ca. 3-4%. Das Ziel meines Sparens muss, mit Risikoaufschlag und Sicherheitsmargen, also bei ca. 5-6% liegen. Ein Wert der zumindest in dieser Zeit, und damit auch im Mittel auf eine Zeitspanne von mehreren Jahrzehnten, von Sparbüchern, Girokonten oder Tagesgeldkonten nicht erreicht werden kann.

Wer sein Geld also „für sich arbeiten lassen will“ und auch noch in mehreren Jahrzehnten zumindest real die gesparte Summe nutzen möchte, kommt an anderen Anlagemöglichkeiten nicht vorbei. In anderen Artikeln schreibe ich, wie wenig ich von durch Berater verkauften Produkten von Banken, Versicherern oder dem Staat halte. Die Risiken dieser kapitalbildenden Versicherungen und Anlageprodukte sind mir zu hoch – sie sind mir zu intransparent, zu illiquide, zu wenig flexibel, zu teuer und basieren meist nur auf dem staatlich garantierten Einlagenschutz. Wenn also die Bank oder der Staat pleite ist – leider ist das kein unrealistisches Horrorszenario mehr, sondern in der EU und den USA bittere Realität – ist auch mein Geld weg.

Horrorszenarien gibt es zu hauf – ich ziehe nur meine Schlussfolgerungen

Auch das Risiko eines Totalverlustes der Währung und der Zusammenbruch des europäischen Währungssystems ist nicht mehr ganz und komplett auszuschließen. Durch politische Desintegration im Euroraum ist es sogar denkbar geworden, dass selbst der Austritt einzelner Staaten die ganze Gemeinschaft in eine lange und nachhaltige Krise stürzen können. Und wem diese Horrorgeschichten noch nicht weit genug gehen, der denke an die Schuldenquoten der USA und die ständig schneller laufenden Druckerpressen der Zentralbanken auf allen Kontinenten. Wenn die ersten Staaten beginnen, sich vom Dollar abzuwenden, ist die sichere Leitwährung Geschichte – eine mögliche Chance für den EURO, aber ein viel zu hohes Risiko der Destabilisierung der Weltfinanzen auf der anderen Seite.

Auch die stattgefundene undemokratische Enteignung zypriotischer Bankkunden – immerhin einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union – zeigt mir, dass im Krisenfall vom Staat auf mein Konto zugegriffen werden kann. Ich habe es schlichtweg satt, mir um die Liquidität meiner Bank Gedanken machen zu müssen, und in Altersvorsorgen zu investieren, die wertlos sind, wenn entweder die Bank pleite oder die Währung nichts mehr wert ist. Um mich um diese Schreckgespenster gar nicht erst sorgen zu müssen und in irgendeiner Weise mein hart erspartes Vermögen am Lebensabend doch noch durch die Finger gleiten zu sehen – steht für mich fest, dass meine hohe Kante aus Sachwerten bestehen muss. Sachwerte verlieren nie einen inneren Wert – da der Gegenstand oder Anteil auch in einer Krise und in der Zeit danach den Menschen etwas „wert“ ist.

Die Schlussfolgerung kann nur Investition in Sachwerte lauten

Sachwerte sind Rohstoffe wie Gold, Immobilien und Firmenbesitz in Form von Wertpapieren. Rohstoffe und die selbst bewohnte Immobilie sind Wertaufbewahrungsmöglichkeiten, da sie keinen Mehrwert produzieren. Das eigene Haus zählt für mich nur ganz knapp dazu – da im Falle einer Finanz- und Wirtschaftskrise das Haus nur sehr schlecht zu einem gleichen oder höheren Preis verkauft werden kann.  Da mir Immobilien zur Gewinnschöpfung aus Mieteinnahmen in dieser Marktsituation zu unflexibel und derzeit vor allem zu teuer sind, bleiben für mich in dieser Zeit zur Anlage nur ein kleiner Teil in Gold und ein großer Teil in Aktien übrig.

euer Pari

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